#HRespect: Interview mit Jess Koch und Anja Falk 

Unter dem Motto „Love HR, hate Racism“ wurde die Kampagne #HRespect gestartet, um den Berufsstand der Personaler:innen für das Thema Rassismus und Rechtspopulismus zu sensibilisieren und eine Plattform für den Austausch zum Thema zu bieten.  Auch Anja Falk, Head of People und Culture bei Claneo, ist Teil des #HRespect-Teams und treibt dieses Thema weiter voran. Im Interview sprechen wir mit Anja und mit Jess Koch, Initiator der Kampagne, über den Ursprung von #HRespect, was sich seitdem alles getan hat und wie jede:jeder von uns einen Beitrag leisten kann. 

Hallo Jess, schön, dass wir heute dieses Interview mit dir führen dürfen. Magst du dich einmal kurz vorstellen? 

Jess Koch: Ich bin der Jess, um die 40 Jahre alt und aktuell bin ich HR-Trainer, Berater und Coach. Ich war ursprünglich Speditionskaufmann, habe danach irgendwie alles und nichts gemacht und ganz viele Jahre alles Mögliche ausprobiert. Schließlich bin ich im Personalwesen gelandet und bin in die große HR-Netzwerk Welt eingetaucht, auch durch die Deutsche Gesellschaft für Personalführung, wo ich sechs Jahre lang die Transformation begleitet habe. Und infolgedessen habe ich mich mit vielen Themen, die HR so ausmachen, beschäftigen können, aber mir auch ein großes Netzwerk aufbauen können. Und genau mit diesem Netzwerk mache ich immer wieder schöne, lustige und manchmal auch nicht so bequeme Dinge, um ein bisschen auch HR zu verändern. 

Du bist Initiator von #HRespect. Wie kam es zur Gründung dieser Initiative? 

Jess Koch: Also es begann eigentlich 2018. Das war der Sommer, wo Chemnitz so unschön in die Schlagzeilen geraten ist durch die Ausschreitungen, bei dem NSU-Prozess war gerade die Beweisaufnahme abgeschlossen und die AfD lag bei aktuellen Umfragen bei 20 Prozent und das ging mir, sage ich mal als aufrechter Demokrat ganz schön gegen den Strich. 

Und dann kam die Messe Zukunft Personal und da bin ich dann hingegangen und habe Haltung beziehen wollen. Dazu habe ich mir auch ein T-Shirt angezogen, auf dem Love HR, Hate Racism stand.  

Ich wusste von zwei Blogger:innen – eine davon war die Eva Stock, die auf hrisnotacrime bloggt –, dass die ähnlich denken und sich ähnlich engagieren. Bei Eva war das so, dass sie damals auch einen Artikel geschrieben hatte und über das T-Shirt und Evas Blogartikel und Gespräche auf und nach der Zukunft Personal kam bei uns dann so der Gedanke, dass wir das Ganze ein bisschen, sag ich mal, institutionalisieren wollen. 

Deshalb haben wir dann auf dem HR Barcamp 2019 einfach mal zusammen eine Session angeboten, bei der wir herausgestellt haben, dass uns das Thema Rassismus alle angeht und in welchem Maß das auch uns HRler etwas angeht. Diese Session ist mega gut angekommen. Dort haben wir auch schon die ersten T-Shirts verkauft, die restlos auch über die Theke gegangen sind.  

Der Abverkauf der T-Shirts, die Nachfrage nach unseren Sessions und auch die Bereitschaft bei vielen zu sagen, sie machen auch im Anschluss noch mit, hat uns dann dazu bewogen tatsächlich so eine Initiative zu gründen. 

Wie ist #HRespect dann so richtig ins Rollen gekommen? 

Jess Koch: Nach diesem Startschuss hat es nochmal zwei Jahre gedauert, bis wir irgendwie wirklich einen Riesenschritt nach vorne machen konnten. Also wir hatten viele interne Themen, die wir besprechen mussten und haben uns auch gefragt, ob wir uns als weiße deutsche Bio-Kartoffeln überhaupt zu dem Thema äußern können. 

Aber dann war das so, dass 2021 viele Dinge zusammengekommen sind und Andisheh Ebrahimnejad bei uns mitgemacht hat. Andisheh hat aufgrund ihres Hintergrunds schon viel Diskriminierungserfahrung und als sie dann zu uns in die Gruppe kam, war das für uns sozusagen der letzte Anlass zu sagen: „Jetzt geht’s auch wirklich los!“ Zudem war die Homepage gerade fertig und wir konnten richtig loslegen. 

Und das hat dazu geführt, dass auch Anja von der Aktion etwas mitbekommen hat und sich uns angeschlossen hat. Uns freut natürlich sehr, dass Anja da die Initiative ergriffen und uns angeschrieben hat und sich sowohl als Privatperson als auch als Vertreterin von Claneo engagiert. 

Anja, wie genau bist du auf #HRespect aufmerksam geworden? 

Anja Falk: Also bei mir war es tatsächlich so, dass man als Personaler ja relativ viel im Social Media Bereich unterwegs ist und gerade LinkedIn ist da ja derzeit ganz stark im Fokus. Dort hatte ich tatsächlich einen Post gesehen, auf dem der Personalchef von SAP das T-Shirt von #HRespect getragen hat und da #HRespect dort verlinkt wurde, habe ich mir die Seite einfach mal angeguckt. Die Seite fand ich dann super interessant, weil mir das einfach aus der Seele gesprochen hat und einfach frisch rüberkam. 

Ich hatte als HRler auch Lust, das Thema ein bisschen mehr zu pushen und habe mich da einfach wiedergefunden. Nicht nur für Claneo, sondern auch für mich persönlich finde ich das Thema sehr, sehr wichtig. Es ist einfach schon lange an der Zeit, dass sich da etwas ändert und für mich ist das einfach auch eine Herzensangelegenheit. Hinzu kommt, dass einfach coole Leute dabei sind und ich den Austausch total mag, also mit anderen HRlern da auch mal über das Thema hinaus zu diskutieren. 

Und wie unterstützen wir mit Claneo die Initiative? 

Anja Falk: Wir starten jetzt ein Projekt, bei dem wir als SEO-Agentur unterstützend zur Seite stehen und gucken, wie wir die HRespect-Website im Ranking von Google positionieren und generell die Seite pushen können, damit diese noch präsenter wird. 

Aber wir schauen auch, dass wir uns als Agentur positionieren und anerkennen, dass dieses Thema da ist, dass es das gesamte Unternehmen betrifft und dass darüber gesprochen wird. 

Was bedeutet es für euch, Jess, wenn Unternehmen wie Claneo auf euch zukommen und sagen „ich finde toll, was ihr da macht“? 

Jess Koch: Es ist ein schönes Gefühl, weil man dadurch merkt, wie vielen Menschen dieses Thema eine Herzensangelegenheit ist und dass man damit nicht allein ist. Es gibt da draußen also genügend Personen, die in Unternehmen sitzen oder auch Unternehmer sind, die nicht wollen, dass sich überhaupt Rassisten bei ihnen bewerben oder mit irgendwelche Rassisten Business gemacht wird.  

Was können Unternehmen präventiv tun, damit es gar nicht erst zu Diskriminierungen kommt? 

Anja Falk: Ich glaube, es fängt beim Mindset an. Wie ist die Unternehmenskultur? Wie wollen wir zusammenarbeiten? Welche Prinzipien und Werte haben wir? Und danach arbeitet man ja dann final auch. Und wenn wir ganz klar für uns definieren, dass jede Person bei uns willkommen ist, dann hat das auch was mit der eigenen inneren Einstellung zu tun. 

Aber auch die Frage, wie ich nach außen hin wahrgenommen werden möchte und wie HR ausgerichtet sein soll, ist eine Einstellungssache. Manchmal muss man einfach den Mut haben, das auch durchzuziehen und nicht mit allen mitzuschwimmen. Hier muss man sich auch mal selbst hinterfragen und klar positionieren. 

Jess Koch: Es ist auch wichtig, Gespräche nicht genau dann zu unterbinden, wenn es politisch wird, sondern vor allem dann den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich über die Unterschiede auszutauschen und einen gesellschaftlichen Diskurs zu führen. Wir haben ja ansonsten immer mehr die Möglichkeit, nur denjenigen Menschen zu begegnen, die uns gefallen. Und deswegen ist eigentlich der Ort mit der größten Diversität eigentlich jeder Arbeitsplatz, wo genau dieser Austausch stattfinden sollte. 

Wie soll es mit #HRespect weitergehen? Habt ihr konkrete Pläne?

Jess Koch: Wo es hingehen soll, das entscheiden wir als Team eigentlich alle zwei Wochen neu. Unser Ziel haben wir schon ein Stück weit erreicht, aber wir wollen nicht stehen bleiben. Uns geht es tatsächlich um den direkten Impact, den wir im Kleinen wie im Großen erzielen können – und der definiert sich ein Stück weit immer wieder neu.  Wir wollen, dass es die Initiative lange gibt, denn das Thema Rassismus wird uns sicherlich noch viele, viele Jahre und Jahrzehnte begleiten. Diese Vermutung stelle ich einfach mal an und deshalb wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten dazu beitragen, dass das Thema nicht von der Agenda verschwindet. 

👉 Ihr wollt euch ebenfalls engagieren und eine klare Position beziehen? Egal ob Einzelperson oder mit einem ganzen Unternehmen im Rücken – bei #HRespect kann jede Person mitmachen und sich einbringen à https://www.hrespect.de/  


Katharina

Katharina ist Content & Social Media Managerin bei Claneo. Ihre thematischen Schwerpunkte liegen auf internen Themen, News und Events.

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