Folge 17: Erfolgsmessung im GEO – Metriken, KPIs und Ziele strategisch definieren
Erfolgsmessung ist das Fundament jeder strategischen GEO-Arbeit. In dieser Folge der GEO Know How Academy zeigen Maggie Mues und Andre Alpar, wie sich Monitoring-Strukturen systematisch aufbauen lassen – von der klaren Trennung zwischen Tracking und Monitoring über die Definition relevanter Metriken bis zur strategischen Verknüpfung von GEO-Zielen mit übergeordneten Unternehmenszielen.
Diese erste von zwei Folgen zur Erfolgsmessung konzentriert sich auf das Monitoring-Setup: Welche Metriken sind wirklich relevant? Wie unterscheiden sich Input-, Kern- und Output-Metriken? Und wie lassen sich GEO-KPIs so definieren, dass sie messbare Fortschritte dokumentieren?
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ToggleDie fünf Aufgabenbereiche im GEO: Monitoring als strategischer Anker
GEO gliedert sich in fünf zentrale Aufgabenbereiche, die ineinandergreifen und gemeinsam die Sichtbarkeit in KI-Systemen steuern. Erfolgsmessung durchzieht dabei zwei dieser Bereiche und bildet die Klammer zwischen Strategie und operativer Umsetzung.
1. Strategie
Grundlegende Weichenstellung für alle GEO-Aktivitäten. Hier wird das Monitoring-Setup verankert.
2. Monitoring
Kontinuierliche Beobachtung, Interpretation und Ableitung von Maßnahmen aus den erhobenen Daten.
3. Content (Onpage)
Optimierung von Inhalten für maximale Zitierfähigkeit in KI-generierten Antworten.
4. Technik (Onpage)
Technische Infrastruktur, die KI-Systemen das Crawlen und Verstehen erleichtert.
5. Offpage
Aufbau von Autorität und indirekten Citations durch externe Quellen.
Monitoring-Setup vs. kontinuierliches Monitoring: Die strategische Trennung
Erfolgsmessung im GEO teilt sich in zwei komplementäre Phasen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen und aufeinander aufbauen.
Monitoring-Setup
Verortung: Strategiebereich
Zentrale Fragen:
- Wie wird das Tracking effizient aufgesetzt?
- Welche Erfolgsmetriken werden in welcher Frequenz beobachtet?
- Welche KPIs sind für welche Adressaten relevant?
Das Setup legt das Fundament: Hier werden die Weichen gestellt, bevor operative Maßnahmen greifen.
Kontinuierliches Monitoring
Verortung: Monitoring-Bereich
Zentrale Aufgaben:
- Umsetzung der im Setup definierten Beobachtungsroutinen
- Formulierung relevanter Fragen zur Dateninterpretation
- Ableitung konkreter Maßnahmen für Onpage- und Offpage-Optimierung
Das kontinuierliche Monitoring verwandelt Daten in Handlungswissen.
Tracking vs. Monitoring: Begriffliche Klarheit als Erfolgsfaktor
Präzise Begrifflichkeiten schaffen Orientierung. Die Unterscheidung zwischen Tracking und Monitoring ist fundamental für effiziente GEO-Arbeit und verhindert Missverständnisse in der teamübergreifenden Kommunikation.
Definition: Konfiguration der Tools zur Erhebung von Metriken
Konkret bedeutet das:
- Auswahl der zu messenden KI-Systeme (ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews etc.)
- Definition der zu trackenden Prompts und Queries
- Festlegung des Tracking-Rhythmus (täglich, wöchentlich, monatlich)
- Technische Implementierung der Datenerfassung
Tracking ist die technische Infrastruktur, die Rohdaten sammelt – ohne Interpretation.
Definition: Beobachtung, Interpretation und Handlungsableitung aus erhobenen Daten
Konkret bedeutet das:
- Regelmäßige Analyse der getrackten Metriken
- Identifikation von Mustern, Trends und Anomalien
- Bewertung der Zielerreichung
- Ableitung konkreter Optimierungsmaßnahmen
Monitoring verwandelt Rohdaten in strategisches Wissen und operative Handlungen.
Wichtig: Diese begriffliche Trennung ist keine Branchenkonvention, sondern eine Claneo-Empfehlung für präzisere Kommunikation. Die konsequente Nutzung dieser Unterscheidung verhindert Unklarheiten in der Zusammenarbeit zwischen Teams, Agenturen und Stakeholdern.
Ziele vs. KPIs: Der Unterschied, der den Unterschied macht
Die Verwechslung von Zielen und KPIs gehört zu den häufigsten Fehlern in der Performance-Messung. Beide Konzepte sind eng verbunden, erfüllen aber fundamental unterschiedliche Funktionen.
Ziele
Funktion: Definieren den gewünschten Zielzustand
Zentrale Frage: Was wollen wir erreichen?
Beispiele:
- Direkte Citations generieren
- Indirekte Citations aufbauen
- Mentions erhalten
- Sentiment verbessern
Ziele geben die Richtung vor, ohne zu quantifizieren.
KPIs (Erfolgsmetriken)
Funktion: Messen den Fortschritt zur Zielerreichung
Zentrale Frage: Wie messen wir, ob wir das Ziel erreichen?
Beispiele:
- Anzahl direkter Citations pro Monat
- Citation-Rate in definierten Prompt-Sets
- Sentiment-Score in KI-Antworten
- Share of Voice in relevanten Themenfeldern
KPIs machen Fortschritt messbar und vergleichbar.
Die Wechselwirkung: Ohne KPIs lässt sich nicht feststellen, ob Ziele erreicht wurden. Ohne Ziele ist unklar, welche KPIs überhaupt relevant sind. Beide Ebenen müssen klar definiert und aufeinander abgestimmt sein.
Von Unternehmenszielen zu GEO-Zielen: Die strategische Kaskade
GEO-Ziele existieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind Mittel zum Zweck und zahlen direkt auf übergeordnete Unternehmensziele ein. Diese Verknüpfung ist entscheidend für die Legitimation von GEO-Budgets und die Integration in die Gesamtstrategie.
Die vier GEO-Ziele und ihre Wirkung auf Unternehmensziele
Was sind direkte Citations? Verlinkungen und Quellenangaben in KI-generierten Antworten, die direkt auf die eigene Website verweisen.
Wirkung auf Unternehmensziele:
- Markenbekanntheit steigern: Sichtbarkeit in häufig genutzten KI-Systemen erhöht die Reichweite
- Neugeschäft ausbauen: Direkte Citations können zu qualifiziertem Traffic und Conversions führen
Was sind indirekte Citations? Erwähnungen der eigenen Marke in KI-Antworten, die auf Drittquellen verweisen (z.B. Presseberichte, Fachmedien).
Wirkung auf Unternehmensziele:
- Reputation verbessern: Positive Erwähnungen auf autoritativen Plattformen stärken das Markenimage
- Markenbekanntheit steigern: Präsenz über verschiedene Quellen erhöht die Gesamtsichtbarkeit
Was sind Mentions? Nennungen der Marke in KI-Antworten ohne Quellenangabe oder Verlinkung.
Wirkung auf Unternehmensziele:
- Markenbekanntheit steigern: Auch unverlinkte Erwähnungen erhöhen die Präsenz im Bewusstsein der Nutzer:innen
- Neugeschäft ausbauen: Mentions können zu navigational Searches und direktem Traffic führen
Was ist Sentiment? Die Tonalität und Bewertung, mit der die Marke in KI-Antworten dargestellt wird.
Wirkung auf Unternehmensziele:
- Reputation verbessern: Positives Sentiment in KI-Antworten prägt die Markenwahrnehmung nachhaltig
- Neugeschäft ausbauen: Positive Darstellung erhöht Vertrauen und Conversion-Wahrscheinlichkeit
Strategische Erkenntnis: Die Verknüpfung von GEO-Zielen mit Unternehmenszielen ist keine 1:1-Beziehung. Ein GEO-Ziel kann auf mehrere Unternehmensziele einzahlen, und umgekehrt tragen mehrere GEO-Ziele zur Erreichung eines Unternehmensziels bei. Diese Mehrdimensionalität macht GEO zu einem strategisch wertvollen Kanal.
Die drei Metrik-Ebenen: Input, Kern-KPIs und Output
Nicht alle Metriken sind gleich. Die Unterscheidung zwischen Input-, Kern- und Output-Metriken strukturiert die Erfolgsmessung und ermöglicht differenzierte Analysen auf verschiedenen Zeitebenen.
Input-Metriken (vorgelagert)
Funktion: Dokumentation umgesetzter Maßnahmen
Zentrale Frage: Was wurde in Zeitraum X auf welchen URLs oder externen Quellen umgesetzt?
Beispiele:
- Anzahl optimierter Seiten
- Veröffentlichte PR-Artikel
- Implementierte strukturierte Daten
- Neue FAQ-Bereiche
Zeitliche Wirkung: Sofort messbar nach Umsetzung
Kern-GEO-KPIs
Funktion: Messung der direkten Wirkung auf GEO-Ziele
Zentrale Frage: Welchen Einfluss haben die Maßnahmen auf die GEO-Ziele?
Beispiele:
- Citation-Rate in definierten Prompt-Sets
- Anzahl Mentions pro Themenfeld
- Sentiment-Score
- Share of Voice in KI-Systemen
Zeitliche Wirkung: Verzögert messbar (je nach KI-System-Typ unterschiedlich)
Output-Metriken (nachgelagert)
Funktion: Messung der Wirkung auf Unternehmensziele
Zentrale Frage: Welchen Einfluss haben die Maßnahmen auf übergeordnete Unternehmensziele?
Beispiele:
- Traffic aus KI-Systemen (Referral)
- Brand-Search-Uplift
- Direct-Traffic-Steigerung
- Conversions aus GEO-Traffic
- „How did you hear about us?“-Umfragen
Zeitliche Wirkung: Langfristig messbar
Die zeitliche Dimension: Work – Wait – Work
Die drei Metrik-Ebenen werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten messbar. Dieses Verständnis ist entscheidend für realistische Erwartungshaltungen und die richtige Interpretation von Daten.
Der Zyklus:
- Work: Umsetzung von Maßnahmen → Input-Metriken werden sofort messbar
- Wait: Wartezeit bis KI-Systeme die Änderungen verarbeiten
- Messbarkeit Kern-KPIs: Citations, Mentions, Sentiment werden sichtbar
- Wait: Weitere Wartezeit bis Nutzer:innen reagieren
- Messbarkeit Output-Metriken: Traffic, Conversions, Brand-Awareness-Effekte werden sichtbar
Diese zeitliche Staffelung erfordert Geduld und ein mehrschichtiges Reporting-System, das verschiedene Stakeholder mit den jeweils relevanten Metriken versorgt.
Kern-GEO-KPIs: Die vier Betrachtungsebenen
Kern-GEO-KPIs lassen sich auf vier verschiedenen Aggregationsebenen erfassen und auswerten. Diese Granularität ermöglicht sowohl detaillierte Analysen als auch strategische Gesamtbetrachtungen.
Granularität: Höchste Detailtiefe
Beispiel: „Welche Positionen gehören typischerweise zu den Baunebenkosten?“
Nutzen: Identifikation spezifischer Optimierungspotenziale, A/B-Testing von Content-Varianten, Verständnis einzelner KI-Antwortmuster
Anwendungsfall: Operative Content-Optimierung
Granularität: Mittlere Detailtiefe
Beispiel: Alle Prompts zum Unterthema „Baufinanzierung Kosten“
Nutzen: Bewertung der Performance einzelner Landingpages oder Themenbereiche, Priorisierung von Optimierungsmaßnahmen
Anwendungsfall: Content-Strategie auf URL-Ebene
Granularität: Strategische Übersicht
Beispiel: Alle Prompts zum Hauptthema „Hausbau“
Nutzen: Bewertung der Gesamtperformance in strategischen Themenfeldern, Identifikation von Stärken und Schwächen auf Themenebene
Anwendungsfall: Strategische Content-Planung und Budget-Allokation
Granularität: Gesamtüberblick
Beispiel: Alle Prompts einer Domain
Nutzen: Gesamtbewertung der GEO-Performance, Reporting an C-Level, Vergleich mit Wettbewerbern
Anwendungsfall: Strategisches Management-Reporting
Best Practice: Verschiedene Stakeholder benötigen verschiedene Betrachtungsebenen. Operative Teams arbeiten primär auf Prompt- und URL-Ebene, während strategische Entscheider:innen aggregierte Hauptthemen- und Projekt-Ansichten bevorzugen.
„How did you hear about us?“-Umfragen: Der unterschätzte Kern-KPI
Eine der wertvollsten, aber oft vernachlässigten Metriken im GEO ist die systematische Erfassung der Customer Journey über Umfragen. Diese qualitative Metrik liefert Erkenntnisse, die rein quantitative Daten nicht abbilden können.
Warum diese Umfragen unverzichtbar sind:
- Attribution-Lücken schließen: Viele GEO-Effekte (Mentions, indirekte Citations) führen nicht zu direktem Referral-Traffic, sondern zu Brand Searches oder Direct Traffic. Umfragen decken diese versteckten Wirkungsketten auf.
- Sentiment erfassen: Nutzer:innen können beschreiben, wie die Marke in KI-Antworten dargestellt wurde – positiv, neutral oder negativ.
- KI-System-Nutzung verstehen: Welche KI-Systeme nutzen die eigenen Kund:innen tatsächlich? Diese Daten informieren die Priorisierung von Tracking und Optimierung.
- Qualitative Insights gewinnen: Freitextantworten liefern Kontext, den reine Zahlen nicht bieten können.
Implementierung: Die Umfrage sollte an strategischen Touchpoints platziert werden – nach Conversions, in Onboarding-Prozessen oder in regelmäßigen Kundenbefragungen. Die Frage nach dem Erstkontaktpunkt sollte explizit KI-Systeme als Option aufführen.
Fazit: Monitoring-Setup als strategisches Fundament
Die erste Folge zur Erfolgsmessung im GEO legt das konzeptionelle Fundament: Die klare Trennung von Tracking und Monitoring, die Unterscheidung zwischen Zielen und KPIs sowie die Strukturierung in Input-, Kern- und Output-Metriken schaffen die Voraussetzungen für professionelle GEO-Arbeit.
Die zentralen Erkenntnisse:
- Erfolgsmessung beginnt mit begrifflicher Klarheit – präzise Definitionen verhindern Missverständnisse
- GEO-Ziele müssen explizit mit Unternehmenszielen verknüpft werden, um strategische Relevanz zu demonstrieren
- Die drei Metrik-Ebenen (Input, Kern, Output) werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten messbar und erfordern differenzierte Reporting-Strukturen
- Verschiedene Betrachtungsebenen (Prompt, URL, Hauptthema, Projekt) ermöglichen sowohl operative Detailanalysen als auch strategische Gesamtbewertungen
- Qualitative Metriken wie „How did you hear about us?“-Umfragen sind unverzichtbar, um die vollständige Wirkung von GEO zu erfassen
Ausblick auf Folge 18: In der nächsten Folge werden die weiteren Schritte des Monitoring-Setups behandelt sowie das kontinuierliche Monitoring mit konkreten Handlungsempfehlungen für die Praxis.