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Folge 17: Erfolgsmessung im GEO – Metriken, KPIs und Ziele strategisch definieren

Erfolgsmessung ist das Fundament jeder strategischen GEO-Arbeit. In dieser Folge der GEO Know How Academy zeigen Maggie Mues und Andre Alpar, wie sich Monitoring-Strukturen systematisch aufbauen lassen – von der klaren Trennung zwischen Tracking und Monitoring über die Definition relevanter Metriken bis zur strategischen Verknüpfung von GEO-Zielen mit übergeordneten Unternehmenszielen.

Diese erste von zwei Folgen zur Erfolgsmessung konzentriert sich auf das Monitoring-Setup: Welche Metriken sind wirklich relevant? Wie unterscheiden sich Input-, Kern- und Output-Metriken? Und wie lassen sich GEO-KPIs so definieren, dass sie messbare Fortschritte dokumentieren?

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Mehr Informationen

1. Strategie

Grundlegende Weichenstellung für alle GEO-Aktivitäten. Hier wird das Monitoring-Setup verankert.

2. Monitoring

Kontinuierliche Beobachtung, Interpretation und Ableitung von Maßnahmen aus den erhobenen Daten.

3. Content (Onpage)

Optimierung von Inhalten für maximale Zitierfähigkeit in KI-generierten Antworten.

4. Technik (Onpage)

Technische Infrastruktur, die KI-Systemen das Crawlen und Verstehen erleichtert.

5. Offpage

Aufbau von Autorität und indirekten Citations durch externe Quellen.

Monitoring-Setup vs. kontinuierliches Monitoring: Die strategische Trennung

Erfolgsmessung im GEO teilt sich in zwei komplementäre Phasen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen und aufeinander aufbauen.

Monitoring-Setup

Verortung: Strategiebereich

Zentrale Fragen:

  • Wie wird das Tracking effizient aufgesetzt?
  • Welche Erfolgsmetriken werden in welcher Frequenz beobachtet?
  • Welche KPIs sind für welche Adressaten relevant?

Das Setup legt das Fundament: Hier werden die Weichen gestellt, bevor operative Maßnahmen greifen.

Kontinuierliches Monitoring

Verortung: Monitoring-Bereich

Zentrale Aufgaben:

  • Umsetzung der im Setup definierten Beobachtungsroutinen
  • Formulierung relevanter Fragen zur Dateninterpretation
  • Ableitung konkreter Maßnahmen für Onpage- und Offpage-Optimierung

Das kontinuierliche Monitoring verwandelt Daten in Handlungswissen.

Tracking vs. Monitoring: Begriffliche Klarheit als Erfolgsfaktor

Präzise Begrifflichkeiten schaffen Orientierung. Die Unterscheidung zwischen Tracking und Monitoring ist fundamental für effiziente GEO-Arbeit und verhindert Missverständnisse in der teamübergreifenden Kommunikation.

Tracking: Die Datenerhebung

Definition: Konfiguration der Tools zur Erhebung von Metriken

Konkret bedeutet das:

  • Auswahl der zu messenden KI-Systeme (ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews etc.)
  • Definition der zu trackenden Prompts und Queries
  • Festlegung des Tracking-Rhythmus (täglich, wöchentlich, monatlich)
  • Technische Implementierung der Datenerfassung

Tracking ist die technische Infrastruktur, die Rohdaten sammelt – ohne Interpretation.

Monitoring: Die Dateninterpretation

Definition: Beobachtung, Interpretation und Handlungsableitung aus erhobenen Daten

Konkret bedeutet das:

  • Regelmäßige Analyse der getrackten Metriken
  • Identifikation von Mustern, Trends und Anomalien
  • Bewertung der Zielerreichung
  • Ableitung konkreter Optimierungsmaßnahmen

Monitoring verwandelt Rohdaten in strategisches Wissen und operative Handlungen.

Wichtig: Diese begriffliche Trennung ist keine Branchenkonvention, sondern eine Claneo-Empfehlung für präzisere Kommunikation. Die konsequente Nutzung dieser Unterscheidung verhindert Unklarheiten in der Zusammenarbeit zwischen Teams, Agenturen und Stakeholdern.

Ziele vs. KPIs: Der Unterschied, der den Unterschied macht

Die Verwechslung von Zielen und KPIs gehört zu den häufigsten Fehlern in der Performance-Messung. Beide Konzepte sind eng verbunden, erfüllen aber fundamental unterschiedliche Funktionen.

Ziele

Funktion: Definieren den gewünschten Zielzustand

Zentrale Frage: Was wollen wir erreichen?

Beispiele:

  • Direkte Citations generieren
  • Indirekte Citations aufbauen
  • Mentions erhalten
  • Sentiment verbessern

Ziele geben die Richtung vor, ohne zu quantifizieren.

KPIs (Erfolgsmetriken)

Funktion: Messen den Fortschritt zur Zielerreichung

Zentrale Frage: Wie messen wir, ob wir das Ziel erreichen?

Beispiele:

  • Anzahl direkter Citations pro Monat
  • Citation-Rate in definierten Prompt-Sets
  • Sentiment-Score in KI-Antworten
  • Share of Voice in relevanten Themenfeldern

KPIs machen Fortschritt messbar und vergleichbar.

Die Wechselwirkung: Ohne KPIs lässt sich nicht feststellen, ob Ziele erreicht wurden. Ohne Ziele ist unklar, welche KPIs überhaupt relevant sind. Beide Ebenen müssen klar definiert und aufeinander abgestimmt sein.

Von Unternehmenszielen zu GEO-Zielen: Die strategische Kaskade

GEO-Ziele existieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind Mittel zum Zweck und zahlen direkt auf übergeordnete Unternehmensziele ein. Diese Verknüpfung ist entscheidend für die Legitimation von GEO-Budgets und die Integration in die Gesamtstrategie.

Die vier GEO-Ziele und ihre Wirkung auf Unternehmensziele

1. Direkte Citations generieren

Was sind direkte Citations? Verlinkungen und Quellenangaben in KI-generierten Antworten, die direkt auf die eigene Website verweisen.

Wirkung auf Unternehmensziele:

  • Markenbekanntheit steigern: Sichtbarkeit in häufig genutzten KI-Systemen erhöht die Reichweite
  • Neugeschäft ausbauen: Direkte Citations können zu qualifiziertem Traffic und Conversions führen
2. Indirekte Citations generieren

Was sind indirekte Citations? Erwähnungen der eigenen Marke in KI-Antworten, die auf Drittquellen verweisen (z.B. Presseberichte, Fachmedien).

Wirkung auf Unternehmensziele:

  • Reputation verbessern: Positive Erwähnungen auf autoritativen Plattformen stärken das Markenimage
  • Markenbekanntheit steigern: Präsenz über verschiedene Quellen erhöht die Gesamtsichtbarkeit
3. Mentions erhalten

Was sind Mentions? Nennungen der Marke in KI-Antworten ohne Quellenangabe oder Verlinkung.

Wirkung auf Unternehmensziele:

  • Markenbekanntheit steigern: Auch unverlinkte Erwähnungen erhöhen die Präsenz im Bewusstsein der Nutzer:innen
  • Neugeschäft ausbauen: Mentions können zu navigational Searches und direktem Traffic führen
4. Sentiment verbessern

Was ist Sentiment? Die Tonalität und Bewertung, mit der die Marke in KI-Antworten dargestellt wird.

Wirkung auf Unternehmensziele:

  • Reputation verbessern: Positives Sentiment in KI-Antworten prägt die Markenwahrnehmung nachhaltig
  • Neugeschäft ausbauen: Positive Darstellung erhöht Vertrauen und Conversion-Wahrscheinlichkeit

Strategische Erkenntnis: Die Verknüpfung von GEO-Zielen mit Unternehmenszielen ist keine 1:1-Beziehung. Ein GEO-Ziel kann auf mehrere Unternehmensziele einzahlen, und umgekehrt tragen mehrere GEO-Ziele zur Erreichung eines Unternehmensziels bei. Diese Mehrdimensionalität macht GEO zu einem strategisch wertvollen Kanal.

Die drei Metrik-Ebenen: Input, Kern-KPIs und Output

Nicht alle Metriken sind gleich. Die Unterscheidung zwischen Input-, Kern- und Output-Metriken strukturiert die Erfolgsmessung und ermöglicht differenzierte Analysen auf verschiedenen Zeitebenen.

Input-Metriken (vorgelagert)

Funktion: Dokumentation umgesetzter Maßnahmen

Zentrale Frage: Was wurde in Zeitraum X auf welchen URLs oder externen Quellen umgesetzt?

Beispiele:

  • Anzahl optimierter Seiten
  • Veröffentlichte PR-Artikel
  • Implementierte strukturierte Daten
  • Neue FAQ-Bereiche

Zeitliche Wirkung: Sofort messbar nach Umsetzung

Kern-GEO-KPIs

Funktion: Messung der direkten Wirkung auf GEO-Ziele

Zentrale Frage: Welchen Einfluss haben die Maßnahmen auf die GEO-Ziele?

Beispiele:

  • Citation-Rate in definierten Prompt-Sets
  • Anzahl Mentions pro Themenfeld
  • Sentiment-Score
  • Share of Voice in KI-Systemen

Zeitliche Wirkung: Verzögert messbar (je nach KI-System-Typ unterschiedlich)

Output-Metriken (nachgelagert)

Funktion: Messung der Wirkung auf Unternehmensziele

Zentrale Frage: Welchen Einfluss haben die Maßnahmen auf übergeordnete Unternehmensziele?

Beispiele:

  • Traffic aus KI-Systemen (Referral)
  • Brand-Search-Uplift
  • Direct-Traffic-Steigerung
  • Conversions aus GEO-Traffic
  • „How did you hear about us?“-Umfragen

Zeitliche Wirkung: Langfristig messbar

Die zeitliche Dimension: Work – Wait – Work

Die drei Metrik-Ebenen werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten messbar. Dieses Verständnis ist entscheidend für realistische Erwartungshaltungen und die richtige Interpretation von Daten.

Der Zyklus:

  1. Work: Umsetzung von Maßnahmen → Input-Metriken werden sofort messbar
  2. Wait: Wartezeit bis KI-Systeme die Änderungen verarbeiten
  3. Messbarkeit Kern-KPIs: Citations, Mentions, Sentiment werden sichtbar
  4. Wait: Weitere Wartezeit bis Nutzer:innen reagieren
  5. Messbarkeit Output-Metriken: Traffic, Conversions, Brand-Awareness-Effekte werden sichtbar

Diese zeitliche Staffelung erfordert Geduld und ein mehrschichtiges Reporting-System, das verschiedene Stakeholder mit den jeweils relevanten Metriken versorgt.

Kern-GEO-KPIs: Die vier Betrachtungsebenen

Kern-GEO-KPIs lassen sich auf vier verschiedenen Aggregationsebenen erfassen und auswerten. Diese Granularität ermöglicht sowohl detaillierte Analysen als auch strategische Gesamtbetrachtungen.

Ebene 1: Pro Prompt

Granularität: Höchste Detailtiefe

Beispiel: „Welche Positionen gehören typischerweise zu den Baunebenkosten?“

Nutzen: Identifikation spezifischer Optimierungspotenziale, A/B-Testing von Content-Varianten, Verständnis einzelner KI-Antwortmuster

Anwendungsfall: Operative Content-Optimierung

Ebene 2: Aggregiert pro Unterthema/URL

Granularität: Mittlere Detailtiefe

Beispiel: Alle Prompts zum Unterthema „Baufinanzierung Kosten“

Nutzen: Bewertung der Performance einzelner Landingpages oder Themenbereiche, Priorisierung von Optimierungsmaßnahmen

Anwendungsfall: Content-Strategie auf URL-Ebene

Ebene 3: Aggregiert pro Hauptthema

Granularität: Strategische Übersicht

Beispiel: Alle Prompts zum Hauptthema „Hausbau“

Nutzen: Bewertung der Gesamtperformance in strategischen Themenfeldern, Identifikation von Stärken und Schwächen auf Themenebene

Anwendungsfall: Strategische Content-Planung und Budget-Allokation

Ebene 4: Alle Prompts des Projekts

Granularität: Gesamtüberblick

Beispiel: Alle Prompts einer Domain

Nutzen: Gesamtbewertung der GEO-Performance, Reporting an C-Level, Vergleich mit Wettbewerbern

Anwendungsfall: Strategisches Management-Reporting

Best Practice: Verschiedene Stakeholder benötigen verschiedene Betrachtungsebenen. Operative Teams arbeiten primär auf Prompt- und URL-Ebene, während strategische Entscheider:innen aggregierte Hauptthemen- und Projekt-Ansichten bevorzugen.

„How did you hear about us?“-Umfragen: Der unterschätzte Kern-KPI

Eine der wertvollsten, aber oft vernachlässigten Metriken im GEO ist die systematische Erfassung der Customer Journey über Umfragen. Diese qualitative Metrik liefert Erkenntnisse, die rein quantitative Daten nicht abbilden können.

Warum diese Umfragen unverzichtbar sind:

  • Attribution-Lücken schließen: Viele GEO-Effekte (Mentions, indirekte Citations) führen nicht zu direktem Referral-Traffic, sondern zu Brand Searches oder Direct Traffic. Umfragen decken diese versteckten Wirkungsketten auf.
  • Sentiment erfassen: Nutzer:innen können beschreiben, wie die Marke in KI-Antworten dargestellt wurde – positiv, neutral oder negativ.
  • KI-System-Nutzung verstehen: Welche KI-Systeme nutzen die eigenen Kund:innen tatsächlich? Diese Daten informieren die Priorisierung von Tracking und Optimierung.
  • Qualitative Insights gewinnen: Freitextantworten liefern Kontext, den reine Zahlen nicht bieten können.

Implementierung: Die Umfrage sollte an strategischen Touchpoints platziert werden – nach Conversions, in Onboarding-Prozessen oder in regelmäßigen Kundenbefragungen. Die Frage nach dem Erstkontaktpunkt sollte explizit KI-Systeme als Option aufführen.

Fazit: Monitoring-Setup als strategisches Fundament

Die erste Folge zur Erfolgsmessung im GEO legt das konzeptionelle Fundament: Die klare Trennung von Tracking und Monitoring, die Unterscheidung zwischen Zielen und KPIs sowie die Strukturierung in Input-, Kern- und Output-Metriken schaffen die Voraussetzungen für professionelle GEO-Arbeit.

Die zentralen Erkenntnisse:

  • Erfolgsmessung beginnt mit begrifflicher Klarheit – präzise Definitionen verhindern Missverständnisse
  • GEO-Ziele müssen explizit mit Unternehmenszielen verknüpft werden, um strategische Relevanz zu demonstrieren
  • Die drei Metrik-Ebenen (Input, Kern, Output) werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten messbar und erfordern differenzierte Reporting-Strukturen
  • Verschiedene Betrachtungsebenen (Prompt, URL, Hauptthema, Projekt) ermöglichen sowohl operative Detailanalysen als auch strategische Gesamtbewertungen
  • Qualitative Metriken wie „How did you hear about us?“-Umfragen sind unverzichtbar, um die vollständige Wirkung von GEO zu erfassen

Ausblick auf Folge 18: In der nächsten Folge werden die weiteren Schritte des Monitoring-Setups behandelt sowie das kontinuierliche Monitoring mit konkreten Handlungsempfehlungen für die Praxis.

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