Folge 28: Make or Buy – Wie sollte man GEO idealerweise umsetzen?
Inhouse, extern oder hybrid – wer GEO erfolgreich umsetzen will, steht früher oder später vor einer strategischen Grundsatzentscheidung: Welches Umsetzungsmodell passt zum eigenen Unternehmen? In dieser Folge analysieren Maggie Mues und Andre Alpar die drei zentralen Ansätze, beleuchten deren Stärken und zeigen, warum das Hybridmodell in der Praxis am häufigsten zu nachhaltigen Ergebnissen führt.
Ein weiteres zentrales Thema: Wie navigiert man durch einen Markt, der zunehmend von selbsternannten GEO-Expert:innen überschwemmt wird? Welche Fragen sollte man stellen, um seriöse Anbieter von unseriösen zu unterscheiden – und welche Warnsignale sollte man kennen? Diese Folge liefert das strategische Rüstzeug für eine fundierte Make-or-Buy-Entscheidung im GEO.
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ToggleDie drei Umsetzungsmodelle im Überblick
Die Umsetzung von GEO-Maßnahmen lässt sich grundsätzlich in drei Modelle einteilen. Jedes Modell hat seine eigene Logik, seine eigenen Stärken – und seine eigenen Grenzen. Die Entscheidung hängt von Faktoren wie Unternehmensgröße, Ressourcenverfügbarkeit, Themenpriorität und strategischer Ausrichtung ab.
Inhouse
Alle GEO-Aufgaben werden intern abgedeckt. Das eigene Team übernimmt Strategie, Umsetzung und Erfolgsmessung vollständig.
Typisch für: Unternehmen mit vorhandenen SEO- oder Content-Ressourcen und dem Willen zum langfristigen Kompetenzaufbau.
Extern
GEO-Maßnahmen werden vollständig an eine Agentur, einen Dienstleister oder Freelancer:innen ausgelagert.
Typisch für: Unternehmen, die schnell starten wollen oder keine internen GEO-Ressourcen aufbauen möchten.
Hybrid
Interne und externe Ressourcen ergänzen sich gezielt. Das Inhausteam übernimmt strategische Kontrolle, externe Partner liefern methodische Tiefe und Umsetzungskapazität.
Typisch für: Unternehmen, die das Beste aus beiden Welten kombinieren wollen.
Vorteile der Inhausumsetzung
Ein internes GEO-Team bringt strukturelle Vorteile mit, die externe Dienstleister grundsätzlich nicht vollständig replizieren können. Das tiefe Unternehmenswissen ist dabei der entscheidende Faktor:
Inhouse-Mitarbeitende kennen Produkte, Märkte und Wettbewerber aus erster Hand. Dieses Wissen fließt direkt in die GEO-Maßnahmen ein – ohne Briefing-Aufwand und Informationsverlust.
Styleguides, Terminologien und redaktionelle Präferenzen sind bekannt und werden konsistent angewendet. Die Markensprache bleibt einheitlich – ein entscheidender Faktor für die Wahrnehmung in KI-Systemen.
Interne Abstimmungen laufen schneller. Der kurze Dienstweg – manchmal buchstäblich der Gang ins Nachbarbüro – beschleunigt Freigaben und Umsetzungszyklen erheblich.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Rechts-, Compliance- und IT-Abteilungen lassen sich rechtliche Vorgaben verlässlich einhalten – ein Aspekt, der bei externen Partnern zusätzliche Abstimmungsschleifen erfordert.
Wer GEO intern aufbaut, investiert in langfristiges Know-how. Das Unternehmen wird unabhängiger von externen Anbietern und baut eine strategische Kernkompetenz auf.
Vorteile der externen Umsetzung
Was der Vorteil des einen Modells ist, ist der Nachteil des anderen – und umgekehrt. Externe Dienstleister punkten dort, wo interne Teams strukturell an Grenzen stoßen:
Agenturen und Dienstleister verfügen über etablierte Tools, erprobte Briefings und bewährte Maßnahmen. Der Einstieg in GEO gelingt ohne lange Evaluierungsphase – man weiß, welches Werkzeug für welchen Fall das richtige ist.
Spezialisierte Anbieter beschäftigen sich ausschließlich mit GEO – nicht mit den Produkten oder Dienstleistungen des Kunden. Das Ergebnis: tieferes methodisches Know-how und markterprobte Prozesse.
Neue Themen wie GEO erzeugen eine Peakbelastung: Plötzlich werden sehr viele Ressourcen auf ein Thema konzentriert. Externe Partner können diese Kapazität flexibel bereitstellen, ohne interne Teams zu überlasten.
Agenturen arbeiten mit Kund:innen aus verschiedenen Branchen. Dieser Querblick liefert wertvolle Impulse – denn Branchen können voneinander lernen, auch im GEO-Kontext.
Für befristete oder explorative Vorhaben ist die externe Zusammenarbeit oft kosteneffizienter. Ein Pilotprojekt mit einer Agentur ermöglicht es, GEO zu testen, bevor langfristige interne Strukturen aufgebaut werden.
Gute externe Anbieter befähigen das interne Team. Wissenstransfer in die Organisation ist ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen GEO-Zusammenarbeit.
Das Hybridmodell: Die erfolgreichste Option in der Praxis
Aus der Beobachtung zahlreicher GEO-Projekte zeigt sich: Das Hybridmodell führt am konsistentesten zu nachhaltigen Ergebnissen. Es kombiniert die strukturellen Stärken beider Ansätze – und minimiert deren jeweilige Schwächen.
Inhouse-Team verantwortet
- Strategische Kontrolle & Markenführung
- Interne Koordination & Freigabeprozesse
- Schnittstellen zu Produkt, Recht & IT
- Unternehmens- und Markenwissen
Externe Partner verantworten
- Methodische Tiefe & GEO-Expertise
- Skalierbare Umsetzungskapazitäten
- Monitoring, KPIs & Qualitätssicherung
- Branchenübergreifende Best Practices

Wichtig: Die Realität ist vielschichtiger als drei klar abgegrenzte Modelle. In der Praxis ist die Mischung in jeder Konstellation anders – die drei Modelle sind Pole und Orientierungspunkte, keine starren Kategorien.
Herausforderungen bei der Auswahl externer Anbieter
GEO ist ein junges, schnell wachsendes Feld – und das schafft ein Problem: Der Markt wird zunehmend von selbsternannten Expert:innen überschwemmt. Die Kombination aus Neuheit des Themas, komplexer Blackbox-Logik der KI-Systeme und schwieriger Erfolgsmessung schafft den perfekten Sturm für unseriöse Angebote.
Wer externe GEO-Unterstützung sucht, steht vor einer echten Orientierungsherausforderung. Ein hilfreicher Rahmen: Das Positionierungsdilemma.
Das Positionierungsdilemma: Günstig, schnell oder nachhaltig erfolgreich?
Jede Zusammenarbeit mit einem externen Anbieter bewegt sich im Spannungsfeld dreier Zieldimensionen:

Günstig & schnell
Günstig + schnell = riskant. Wer auf Kosten und Geschwindigkeit optimiert, geht Abstriche bei der Qualität und Nachhaltigkeit ein.
Schnell & nachhaltig
Schnell + nachhaltig erfolgreich = teuer. Qualität und Tempo haben ihren Preis – wer beides will, muss entsprechend investieren.
Günstig & nachhaltig
Günstig + nachhaltig erfolgreich = langsamer. Wer Kosten spart und trotzdem auf Qualität setzt, braucht mehr Zeit für Ergebnisse.
Alle drei gleichzeitig – günstig, schnell und nachhaltig erfolgreich – ist unmöglich. Anbieter, die genau das versprechen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit unseriös.
Warnsignale bei der Anbieterauswahl
Zwei Muster sollten bei der Auswahl externer GEO-Anbieter sofort skeptisch machen:
Garantierte Soforterfolge
Anbieter, die behaupten, alle Herausforderungen im GEO gelöst zu haben und die perfekte Lösung für jedes Problem zu bieten, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht seriös. GEO ist ein komplexes, sich schnell entwickelndes Feld – pauschale Garantien sind ein Alarmsignal.
FUD-Taktiken (Fear, Uncertainty, Doubt)
FUD steht für Fear, Uncertainty and Doubt. Anbieter, die versuchen, über Angst zu verkaufen – „Wenn du dich nicht sofort kümmerst, verlierst du alles“ – oder bestehende Maßnahmen pauschal schlechtreden, sind keine verlässlichen Partner für eine langfristige GEO-Strategie.
Wie findet man seriöse GEO-Anbieter?
Die wichtigste Empfehlung: Fragen stellen. Wer externe GEO-Unterstützung sucht, sollte nicht nur Fragen gestellt bekommen, sondern selbst aktiv nachfragen – zu Referenzen, Prozessen, Erfolgsmessung und operativer Umsetzung. Die folgenden Kategorien bieten eine strukturierte Orientierung:
- Gibt der Anbieter Referenzen und Case Studies zu erfolgreichen Projekten preis?
- Besteht die Möglichkeit, Kund:innen des Anbieters persönlich zu kontaktieren – per Anruf oder E-Mail?
- Sind die Case Studies nachvollziehbar und mit konkreten Ergebnissen belegt?
- Findet eine transparente Aufschlüsselung der Leistungen statt?
- Wird in einem Projektplan festgehalten, wann welche Leistungen erbracht werden?
- Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit – und wenn ja, warum?
- Welche KPIs werden gemessen und reportet?
- Welche Tools werden für das Reporting genutzt?
- Haben Auftraggeber:innen direkten Zugriff auf die Tools und Daten?
- Werden Daten exportierbar bereitgestellt?
- Welche Personen aus dem Team betreuen das Projekt konkret?
- Welche Fachkenntnisse und Spezialisierungen bringen diese Personen mit?
- Wie groß ist das Projektteam?
- Gibt es direkten Zugang zu allen Projektbeteiligten?
Fazit: Strategisch entscheiden, kritisch auswählen
Die Make-or-Buy-Entscheidung im GEO ist keine Frage von richtig oder falsch – sie ist eine Frage der strategischen Passung. Das Hybridmodell hat sich in der Praxis als besonders erfolgreich erwiesen, weil es die Stärken beider Ansätze kombiniert: internes Unternehmenswissen und externe GEO-Expertise.
Bei der Auswahl externer Anbieter gilt: Skepsis ist angebracht. Ein junger, dynamischer Markt wie GEO zieht auch unseriöse Angebote an. Wer die richtigen Fragen stellt, Warnsignale kennt und das Positionierungsdilemma versteht, trifft fundierte Entscheidungen – und legt damit die Basis für eine nachhaltige GEO-Strategie.
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