Synergie schaffen: Wie SEO und Presseabteilungen voneinander profitieren können
5. März 2026
SEO-Abteilungen und Presseabteilungen verfolgen häufig gemeinsame Zielsetzungen, doch arbeiten in vielen Fällen isoliert voneinander. Ein gemeinsames Vorgehen kann den Unternehmenserfolg maximieren – besonders in einer Zeit, in der neben klassischen Suchmaschinen auch KI-gestützte Systeme über die Sichtbarkeit einer Marke entscheiden. Welche gemeinsamen Ziele SEO- und Presseabteilungen verfolgen und wie sie voneinander profitieren können, lest ihr im Beitrag.
Erfahrungsgemäß ist es leider oft so: Je größer ein Unternehmen wird, desto weniger arbeiten die internen Abteilungen miteinander. Anonymität, die durch eine große Anzahl an Mitarbeitenden entstehen kann, verschiedene Standorte der Büros oder Home-Office erschweren häufig die interne Kommunikation und können sogar zu Effizienzverlusten führen.

Wir haben in der Vergangenheit eine solche ausbleibende Kommunikation bzw. Zusammenarbeit häufig zwischen den SEO- und Presseabteilungen eines Unternehmens beobachtet. Diese zwei Abteilungen arbeiten oft isoliert, und obwohl sie zahlreiche gemeinsame Ziele verfolgen, bleibt der strategische Austausch über Marketingmaßnahmen eine seltene Angelegenheit. Doch eine engere Zusammenarbeit könnte nicht nur Missverständnisse ausräumen, sondern auch Potenziale freisetzen, die beide Seiten allein nicht ausschöpfen können.
Inhaltsverzeichnis
ToggleDie 5 wichtigsten gemeinsamen Ziele von SEO und PR:
1. Steigerung der Online-Sichtbarkeit und des Traffics
SEO kann durch die Optimierung von PR-Inhalten für Suchmaschinen helfen, mehr Traffic auf die Website zu ziehen. Dabei geht es einerseits darum, bestehenden Content auf relevante Keywords zu optimieren, und andererseits um die strategische Bereitstellung von Inhalten. So können datenbasierte Studien oder Umfragen nicht nur im Pressebereich veröffentlicht, sondern zusätzlich an anderer Stelle verwendet werden – etwa als Blogartikel, der gezielt auf Suchbegriffe mit hohem Suchvolumen ausgerichtet ist. Die Presseabteilung liefert dabei den inhaltlichen Anlass, das SEO-Team sorgt für die optimale Auffindbarkeit.
2. Verbesserung des Markenbewusstseins
Durch SEO können mehr Menschen auf das Unternehmen aufmerksam werden, wenn sie online nach relevanten Informationen suchen. Die Presseabteilung kann durch die Platzierung von Inhalten in redaktionellen Medien und die Kommunikation mit Journalist:innen das Markenbewusstsein zusätzlich steigern. Beide Disziplinen tragen dazu bei, dass eine Marke an mehr Kontaktpunkten sichtbar wird – SEO in den Suchergebnissen, PR in der Medienberichterstattung. In Kombination entsteht eine Präsenz, die weder Kanal allein in dieser Breite erreichen könnte.
3. Aufbau von Backlinks
SEO-Teams können die Presseabteilung unterstützen, indem sie aufzeigen, wie durch die gezielte Bereitstellung von datenbasierten Inhalten hochwertige Backlinks von themenrelevanten und reichweitenstarken Medien gewonnen werden können – Stichwort Digital PR. Umgekehrt profitiert das SEO-Team von den bestehenden Medienkontakten der Presseabteilung. Gemeinsam lässt sich zudem ein Prozess etablieren, bei dem unverlinkte Markenerwähnungen in Medienartikeln identifiziert und mit einer gezielten Nachfrage in Backlinks umgewandelt werden.
4. Steigerung der Glaubwürdigkeit und Autorität (E-E-A-T)
Googles E-E-A-T-Richtlinien (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) bewerten Inhalte nach ihrer Qualität und Vertrauenswürdigkeit. Hier greifen SEO und PR unmittelbar ineinander: Die Presseabteilung sorgt durch die Platzierung in anerkannten Medien für externe Bestätigungen der Unternehmenskompetenz. Das SEO-Team stellt sicher, dass die eigenen Inhalte auf der Website fachlich fundiert, gut strukturiert und mit den richtigen Autorenangaben versehen sind. Beide Signale zusammen – externe Erwähnungen und hochwertige eigene Inhalte – stärken die Wahrnehmung als vertrauenswürdige Autorität in den Augen von Google.
5. Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen (GEO)
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Suchsystemen wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews entsteht ein neues gemeinsames Ziel für SEO und PR. Diese Systeme generieren ihre Antworten auf Basis von Inhalten, die sie als besonders vertrauenswürdig und relevant einstufen. Dabei spielen zwei Faktoren eine zentrale Rolle: die Qualität und Struktur der eigenen Website-Inhalte (SEO) und die Häufigkeit sowie der Kontext von Markenerwähnungen in externen Quellen (PR). Je konsistenter eine Marke in hochwertigen Medien im Zusammenhang mit relevanten Themen genannt wird, desto wahrscheinlicher wird sie von KI-Systemen als Quelle herangezogen. SEO und PR gemeinsam schaffen die Datenpunkte, die eine Marke in diesen Systemen sichtbar machen.
Häufige Missverständnisse zwischen den Abteilungen
Häufig beobachtete Missverständnisse kommen vor, wenn das SEO-Team Inhalte erstellt und veröffentlicht, die nicht in die aktuelle Kommunikationsstrategie des Unternehmens passen. Das passiert vor allem, weil SEO-Teams ihre Inhalte basierend auf dem Suchverhalten erstellen und weniger anhand der PR Ziele von Unternehmen. Solche Themen können zu Reibungen führen. Auf der anderen Seite lassen Presseabteilungen oft weitreichende digitale Potenziale ungenutzt, da die Bedeutung von SEO nicht vollständig erkannt wird. Dies ist vor allem bei Inhalten der Fall, die in den digitalen Newsrooms von Unternehmen veröffentlicht werden. Diese Inhalte haben oft das Potenzial, von vielen digitalen Medien aufgegriffen und verlinkt zu werden, ein Schlüsselelement der digitalen PR, das jedoch oft übersehen wird.
Ein weiteres Missverständnis betrifft die Zielsetzung: Während SEO-Teams in Metriken wie Rankings, Traffic und Backlinks denken, orientieren sich Presseabteilungen an Reichweite, Tonalität und Medienpräsenz. Beide Perspektiven sind berechtigt – und beide profitieren voneinander, wenn sie in eine gemeinsame Strategie überführt werden.
Gemeinsam profitieren beide Parteien voneinander
Eine verbesserte Kommunikation und eine stärkere Integration der Strategien zwischen den Abteilungen können diese Missverständnisse beseitigen und die gemeinsamen Ziele voranbringen. Durch regelmäßige Meetings und die Bildung gemeinsamer Prozesse können SEO- und Presseabteilung eine gemeinsame Sprache entwickeln und ihre Aktivitäten koordinieren.
Eine erfolgreiche Integration umfasst:
- Berücksichtigung interner Verlinkungen bei PR-Landing Pages
- Beleuchtung verschiedener PR-relevanter Gesichtspunkte im Content
- Generierung organischer Backlinks und Nachfassen von Erwähnungen mit Bitte um Verlinkung
- Datenbasierte Insights für PR-Strategien
- Keyword-Optimierung für bessere Auffindbarkeit
- Verbreitung von Inhalten über etablierte Medienkanäle
Die Zusammenführung von SEO und PR bringt auch Herausforderungen mit sich:
- Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit
- Abstimmung unterschiedlicher Arbeitsweisen und Inhalte
Diese können durch folgende Maßnahmen gemeistert werden:
- Regelmäßige Meetings zwischen SEO- und PR-Teams
- Gemeinsame Erstellung von Content-Strategien
- Schulungen zur Weiterbildung im fachfremden Bereich
- Gegenseitige Einbeziehung in Kampagnen von der Ideenfindung bis zur Auswertung
- Definition gemeinsamer KPIs, die den Erfolg beider Disziplinen abbilden
Fazit
Die Brücke zwischen SEO und Presseabteilung zu schlagen, ist nicht nur eine kluge Strategie, sondern eine Notwendigkeit. Mit der wachsenden Bedeutung von KI-gestützten Suchsystemen und Googles zunehmender Gewichtung von E-E-A-T-Signalen wird die Zusammenarbeit beider Disziplinen sogar noch wichtiger als bisher. Unternehmen, die SEO und PR als getrennte Silos betreiben, verschenken Potenzial – sowohl bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung als auch bei der Positionierung in KI-Systemen. Wer hingegen beide Kräfte bündelt, kann die Online-Präsenz verbessern, qualitativ hochwertigen Traffic generieren, eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie verfolgen und sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil sichern.