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Folge 26: Self-Promotional Listicles – Wie wirksam ist Eigenwerbung in KI-Systemen?

Listicles gehören zu den am häufigsten zitierten Content-Formaten in KI-Systemen – doch was passiert, wenn Unternehmen diese Taktik auf der eigenen Website nutzen und sich selbst auf Platz 1 setzen? In dieser Folge präsentieren Andre Alpar und Matthäus Michalik ein umfassendes GEO-Experiment zu Self-Promotional Listicles.

Das Experiment zeigt nicht nur, wie schnell KI-Systeme auf solche Inhalte reagieren, sondern auch, welche unerwarteten Effekte auftreten – von der Wiederbelebung nicht mehr existierender Agenturen bis hin zu Caching-Phänomenen, die selbst nach Änderungen bestehen bleiben. Eine Folge voller praktischer Erkenntnisse für alle, die verstehen wollen, wie weit Onpage-GEO-Taktiken tragen.

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Mehr Informationen

Qualitative Umfragen

Erkenntnisse aus Branchenbefragungen und Studien liefern qualitative Einblicke in die Nutzung von KI-Systemen.

Beispiel: State of Search Studie (Folge 12)

Quantitative Datenauswertung

Systematische Analyse großer Datenmengen zur Identifikation von Mustern und Trends in der KI-Nutzung.

Beispiel: ChatGPT-Nutzungsdaten (Folge 10.2)

Experimente

Gezielte Tests und kontrollierte Versuche, um Hypothesen zu validieren und kausale Zusammenhänge aufzudecken.

Beispiele: Matchatteus (Folge 19), Weißer Text (Folge 23)

Das Experiment: Self-Promotional Listicles auf der eigenen Website

Im Zentrum dieser Folge steht die Frage: Wie wirkt sich ein Listicle auf der eigenen Website aus, in dem sich ein Unternehmen selbst auf Platz 1 platziert? Anders als beim Matchatteus-Experiment (Folge 19), bei dem Listicles auf Drittdomains platziert wurden, geht es hier um Onpage-Content-Optimierung.

Warum Listicles? Die Datenlage spricht für sich

Eine Analyse von Profound aus dem Jahr 2024 zeigt: Vergleichende Listen machen 32,5% aller Citations in KI-Systemen aus – mehr als jedes andere Content-Format außer „Sonstiges“. Von 177 Millionen analysierten Citations entfielen über 57 Millionen auf Listicles.

Diese Dominanz macht Listicles zum idealen Testformat für GEO-Experimente. Die Frage ist nur: Funktioniert diese Taktik auch, wenn sie auf der eigenen Domain eingesetzt wird?

Die ethische Dimension: White Hat, Grey Hat oder Black Hat?

Self-Promotional Listicles bewegen sich in einer Grauzone. Während die Taktik nicht explizit gegen Richtlinien verstößt, stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit: Ist es seriös, sich selbst auf Platz 1 zu setzen?

White Hat

Hält sich an alle Regeln und Richtlinien der Suchmaschinen und KI-Systeme.

Grey Hat

Nutzt Taktiken, die nicht explizit gegen Regeln verstoßen, aber auch nicht empfohlen sind.

Black Hat

Verstößt bewusst gegen die Regeln und Richtlinien der Suchmaschinen und KI-Systeme.

Agenturen wie iPullRank (Mike King) oder deutsche Marktbegleiter setzen diese Taktik bereits ein. Die Frage bleibt: Will man als Marke dafür stehen? Andre Alpar bringt es auf den Punkt: „Cringe.“

Experiment-Setup: Tracking und Testdesign

Für das Experiment wurde ein umfassendes Monitoring aufgesetzt:

Tracking mit Peec AI

Sechs transaktionale Non-Brand-Prompts wurden kontinuierlich überwacht:

  • Welche SEO-Agentur ist die beste?
  • Welche SEO-Agenturen verfügen über die meisten Auszeichnungen?
  • Welche SEO-Agenturen in Deutschland kannst du mir empfehlen?
  • Welches Unternehmen bietet SEO-Beratung an?
  • Welche SEO-Agentur ist gut?
  • Welche Unternehmen sind die Marktführer im Bereich SEO?
Listicle-Veröffentlichung

Am 9. Januar 2026 wurde ein Listicle mit dem Titel „Top 10 SEO-Agenturen Deutschland 2026: Ranking und Empfehlungen“ auf claneo.com veröffentlicht. Claneo platzierte sich selbst auf Platz 1.

Mehrere Testvarianten

Das Experiment wurde in mehreren Iterationen durchgeführt, um verschiedene Hypothesen zu testen – von der Wiederbelebung nicht mehr existierender Agenturen bis zur Wirkung englischsprachiger Inhalte.

Ergebnis 1: Sofortige Wirkung – 24 Stunden später sichtbar

Bereits 24 Stunden nach Veröffentlichung des Listicles reagierten die KI-Systeme. ChatGPT, AI Overviews und Perplexity nutzten die URL als Quelle. Die Mention-Rate stieg von rund 20% auf über 40% – eine Verdopplung der Sichtbarkeit durch einen einzigen Artikel.

    Welches KI-System nutzt das Listicle am häufigsten?

    AI Overviews führt mit 324 Citations seit Veröffentlichung deutlich. Google nutzt das Listicle am stärksten als Quelle – ein klares Signal für die Relevanz von Onpage-Content in der Google-KI-Welt.

    Ergebnis 2: Totgeglaubte leben länger – Die AKM3-Iteration

    In einer zweiten Iteration wurde das Listicle modifiziert: Auf Platz 2 wurde die AKM3 platziert – eine Agentur, die Andre Alpar und Matthäus Michalik gemeinsam gegründet hatten, die aber im Jahr 2026 nicht mehr als AKM3 existiert.

    Das Ergebnis: KI-Systeme übernahmen die Agentur ohne Plausibilitätsprüfung. ChatGPT, AI Overviews und Perplexity zitierten AKM3 als eine der führenden SEO-Agenturen – obwohl die Agentur in dieser Form nicht mehr aktiv ist.

    GEO-Implikation: KI-Systeme führen keine tiefgehende Faktenchecks durch, wenn Inhalte auf autoritativen Domains mit aktuellen Jahreszahlen veröffentlicht werden. Die Zeitangabe „2026“ im Titel suggeriert Aktualität – selbst wenn die Inhalte veraltet sind.

    Ergebnis 3: Englische Inhalte – Weniger Impact als erwartet

    Eine weitere Iteration testete die Wirkung englischsprachiger Listicles. Die Hypothese: Da 30-40% der Fanout-Queries auf Englisch erfolgen (selbst bei deutschsprachigen Prompts), könnte ein englisches Listicle zusätzliche Citations generieren.

    Deutsches Listicle

    374 Citations in 90 Tagen

    Deutlich höhere Nutzung durch KI-Systeme

    Englisches Listicle

    55 Citations in 90 Tagen

    Nur von AI Overviews und ChatGPT genutzt, nicht von Perplexity

    Der Impact des englischen Listicles war überschaubar. Obwohl englische Fanout-Queries existieren, dominiert bei deutschsprachigen Themen (wie „SEO-Agenturen in Deutschland“) der deutschsprachige Content.

    Ergebnis 4: Caching-Effekt – Änderungen werden nicht sofort übernommen

    In der letzten Iteration wurde eine Agentur aus dem Listicle entfernt (One Beyond Search) und durch eine andere ersetzt. Das überraschende Ergebnis: Selbst Wochen nach der Änderung wurde die entfernte Agentur weiterhin in KI-Antworten genannt – mit Verweis auf das Claneo-Listicle, das die Agentur längst nicht mehr führte.

    Vermutung: KI-Systeme cachen URLs, um Ressourcen zu sparen. Einmal abgerufene Inhalte werden nicht bei jeder Anfrage neu gecrawlt, sondern aus dem Cache bedient. Dieses Phänomen wurde auch von Malte Landwehr bei gelöschten Wikipedia-Artikeln beobachtet.

    Strategische Erkenntnisse für GEO

    Das Self-Promotional-Listicle-Experiment liefert klare Handlungsempfehlungen für die GEO-Praxis:

    1. Self-Promotional Listicles funktionieren

    KI-Systeme übernehmen Listicles von autoritativen Domains ohne tiefgehende Plausibilitätsprüfung. Die eigene Website bleibt das mächtigste Werkzeug für GEO.

    2. Englische Inhalte haben begrenzten Zusatznutzen

    Auch wenn englische Fanout-Queries existieren, dominiert bei lokalen Themen der deutschsprachige Content. Englische Inhalte können ergänzend wirken, ersetzen aber nicht die Hauptsprache.

    3. Caching verzögert Content-Updates

    Einmal abgerufene URLs werden gecacht. Änderungen an Inhalten werden nicht sofort in KI-Antworten reflektiert. Dies kann Wochen dauern.

    4. Ethische Grauzone wird enger

    Google hat angekündigt, gegen manipulative Self-Promotional Listicles vorzugehen. Was heute White/Grey Hat ist, kann morgen Black Hat sein. Die Taktik rutscht in den Graubereich.

    Fazit: Wirksam, aber mit Geschmäckle

    Self-Promotional Listicles sind eine hochwirksame GEO-Taktik. Die Ergebnisse zeigen: Ein einziger Artikel auf der eigenen Website kann die KI-Sichtbarkeit verdoppeln. KI-Systeme übernehmen solche Inhalte bereitwillig – selbst wenn sie veraltete oder fragwürdige Informationen enthalten.

    Doch die Wirksamkeit hat ihren Preis: Die Glaubwürdigkeit. Sich selbst auf Platz 1 zu setzen, wirkt wie das Barack-Obama-Meme, in dem er sich selbst eine Medaille verleiht. Google hat bereits signalisiert, dass solche Taktiken unerwünscht sind.

    Die zentrale Frage bleibt: Will man als Marke für diese Taktik stehen? Die Antwort muss jedes Unternehmen für sich selbst finden.

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      Quadrate und Foto von lächelnder Mitarbeiterin
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