Markenbekanntheit, Backlinks, KI-Sichtbarkeit – Digitale PR als vielseitiges Werkzeug
3. März 2026
Ein Beitrag von Tertius Maria Wahlich und Laurent Bussmann
Digital PR ist eine Kombination von verschiedenen Fachbereichen und überschneidet sich mit Punkten des Content Marketings, der PR-Arbeit und der Suchmaschinenoptimierung. Der Begriff Digital PR kommt ursprünglich aus Großbritannien, hierzulande kennt man Digital PR auch unter den Begriffen Online PR, Daten-PR, Brand-PR, Backlink-PR oder Performance-PR. Egal wie man es nun nennt, das Vorgehen ist im Kern immer gleich: Neue, interessante Inhalte werden geschaffen und auf einer Landingpage präsentiert, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen!
Im folgenden Artikel wird genau beantwortet, was digitale PR erreichen will, wie die gesetzten Ziele erreicht werden sollen und warum dieses Gebiet in Zukunft von noch viel größerer Bedeutung sein wird.
Inhaltsverzeichnis
ToggleZiele von Digital PR
Die Ziele von Digital PR können vielschichtig sein und variieren je nach Kampagne, Vorgehensweise und Format. Alle Wege zum Ziel vereint dabei eines: Es wird ausschließlich auf Earned-Media gesetzt. Dies bedeutet, dass mögliche Multiplikatoren ohne monetäre Anreize und allein wegen der überzeugenden Inhalte über das Projekt berichten. Die häufigsten Ziele von digitaler PR sind:
Marken-Erwähnungen: Marken in digitalen Medien zu platzieren ist das Hauptziel von digitaler PR. Dabei steht vor allem im Fokus, eine Marke in einem bestimmten, vorher festgelegten passenden thematischen Umfeld zu platzieren.
Backlinks: Digital PR-Kampagnen verbinden den Aspekt der Suchmaschinenoptimierung mit Content-Marketing. Deshalb ist die Gewinnung von Backlinks von themenrelevanten und reichweitenstarken Medien eines der größten Ziele jeder digitalen PR-Kampagne.
Traffic: Die Steigerung des Traffics als Ziel kann über mehrere Wege funktionieren. Durch gewonnene Verlinkungen in Medien können die Leser:innen direkt auf die eigene Themenseite geführt werden. Doch auch durch gezielte Texterstellung anhand einer Keywordrecherche können Themenseiten in Suchmaschinen gute Rankings bei relevanten Keywords erreichen, die wiederum zu Traffic führen können.
SEO-Effekte: Sowohl neue Backlinks als auch neue Keywordrankings der geschaffenen Landingpage können die Sichtbarkeit einer Domain verbessern. Durch geschickte interne Verlinkungen können die neu gewonnenen Relevanzsignale für die Themenseite einer ganzen Domain bei der Positionierung in den Suchergebnissen helfen. Langfristig wird so gegenüber Suchmaschinen Trust aufgebaut, der eine Brand Schritt für Schritt zu einer Autorität in ihrem Wettbewerbsumfeld machen kann.
GEO-Effekte: Um eine möglichst hohe Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen wie ChatGPT zu haben, sind Brand Mentions und Citations von großer Relevanz. Digitale PR kann ein wichtiger Hebel dabei sein, diese Mentions und Citations organisch zu gewinnen und somit die Sichtbarkeit in KI-Systemen zu erhöhen.
Engagement: Engagement kann sich hierbei auf verschiedene Bereiche beziehen. Sowohl eine hohe Engagement-Rate (z.B. lange Verweildauer) mit den erstellten Inhalten, als auch ein hohes Engagement in sozialen Medien kann anvisiert werden. In sozialen Medien wird das Engagement dann anhand von Shares, Likes und Kommentaren gemessen.
Brand Awareness: In Summe führen die genannten Ziele alle zu einer gesteigerten Brand Awareness. Eine Marke wird den Medienschaffenden und Leser:innen mehr und mehr zu einem Begriff. Sie positioniert sich als moderne und anerkannte Quelle für Daten und Inhalte und kann so langfristig profitieren. Brand Awareness wird aber nicht in kurzer Zeit aufgebaut, es bedarf hierfür langfristiger Planung und kontinuierliche Maßnahmen.
Entitäten-Wahrnehmung: Suchmaschinen und KI-Systeme ordnen Marken als sogenannte Entitäten ein – also als klar definierte Konzepte mit bestimmten thematischen Zugehörigkeiten. Diese Zuordnung basiert unter anderem darauf, in welchem Kontext eine Marke in vertrauenswürdigen Quellen genannt wird. Digitale PR kann diese Wahrnehmung gezielt beeinflussen.
Bausteine von Digital PR
Die Vielzahl an unterschiedlichen Zielen zeigt, wie variabel und vielseitig Digital PR-Maßnahmen sein können. Das Neuartige ist vor allem, dass verschiedene Fachbereiche miteinander kombiniert werden:
- Aus dem Content-Marketing ist der Ansatz übernommen worden, mit nicht werblichen Inhalten eine Marke gegenüber ihren Kund:innen, potenziellen Neukund:innen und Medienschaffenden entsprechend zu positionieren und ihr Vertrauen aufzubauen. Kurzum: nicht Produkte oder Dienstleistungen stehen im Fokus, sondern Inhalte!
- Da diese Art von PR aus der Suchmaschinenoptimierung, genauer gesagt dem Linkbuilding, entstanden ist, ist die Zielsetzung der meisten Digital PR-Kampagnen klar: digitale Erwähnungen, im besten Fall Backlinks. Zusätzlich ist es erstrebenswert Content zu erstellen, der das Potenzial hat, für suchvolumenstarke Keywords in Suchmaschinen zu ranken und auf diese Weise mehr Traffic zu generieren.
- Es sind jedoch die Elemente der Pressearbeit, die meist über den Erfolg oder Misserfolg einer digitalen PR-Kampagne entscheiden. Die erstellten Inhalte müssen so aufbereitet werden, dass Journalist:innen, Blogger:innen und Webmaster:innen aus eigenem Antrieb heraus darüber berichten und Artikel schreiben wollen. Auch die zielgerichtete Ansprache und der Aufbau von Beziehungen sind dabei entscheidend. Es lohnt sich also für Unternehmen, die Synergien zwischen SEO und PR stärker im Fokus zu haben.

- Abb. 1: Digital PR vereint drei verschiedene Fachbereiche miteinander.
Nur wenn alle drei Disziplinen optimal miteinander kombiniert werden, hat eine Digital PR-Kampagne das Potenzial ein großer Erfolg zu werden. Wie eine solche digitale Kampagne aussehen kann, könnt ihr zum Beispiel anhand unserer HelloFresh Case Study sehen.
Markennennung als Qualitätssignal für Google E-E-A-T und Relevanzfaktor für LLMs
ie Erwähnung einer Marke in relevanten Medien ist ein wesentlicher Faktor für ihre digitale Positionierung. Googles E-E-A-T-Richtlinien (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) bewerten Inhalte nach ihrer Qualität und Vertrauenswürdigkeit. Regelmäßige Markennennungen in anerkannten Publikationen signalisieren Google, dass eine Marke als Autorität in ihrer Branche gilt.
Diese Erwähnungen fungieren als externe Bestätigungen der Relevanz und Kompetenz einer Marke. Jede Nennung in seriösen Medien stärkt die Wahrnehmung als vertrauenswürdige Quelle, was sich messbar auf die Positionierung in den Suchergebnissen auswirkt. Digitale PR bietet sich als eine Maßnahme an, systematisch Medienpräsenz aufzubauen und trägt dazu langfristig zum Sichtbarkeitsaufbau in Suchmaschinen bei.
Dasselbe Prinzip gilt zunehmend auch für Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Diese Modelle werden auf großen Textkorpora trainiert, zu denen auch Nachrichtenartikel und redaktionelle Inhalte gehören. Wird eine Marke in diesen Quellen regelmäßig im Zusammenhang mit bestimmten Themen genannt, fließt diese Assoziation in das Wissen des Modells ein. Das bedeutet: Je häufiger und konsistenter eine Marke in hochwertigen Medien in einem relevanten thematischen Kontext erscheint, desto wahrscheinlicher wird sie von LLMs als relevante Antwort auf entsprechende Nutzeranfragen herangezogen.
Backlinks als zur Verbesserung der SEO-Performance
Backlinks – also Verlinkungen von externen Websites auf die eigene Domain – zählen nach wie vor zu den wichtigsten Rankingfaktoren für Suchmaschinen. Sie fungieren als Empfehlungen: Wenn eine anerkannte Publikation auf eine Website verlinkt, signalisiert das Google, dass die verlinkte Seite relevante und vertrauenswürdige Inhalte bietet. Digitale PR ist eine der effektivsten Methoden, um solche Backlinks organisch aufzubauen. Durch die Bereitstellung datenbasierter Inhalte wie Studien, Umfragen oder Datenanalysen erhalten Journalisten einen konkreten Anlass, auf die entsprechende Themenseite zu verlinken – als Quellenangabe für die verwendeten Daten.
Kontinuierliche Medienpräsenz als Wettbewerbsvorteil
Einzelne Kampagnen können kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen – nachhaltiger Effekt entsteht jedoch erst durch Kontinuität. Eine Marke, die regelmäßig in redaktionellen Beiträgen auftaucht, verankert sich schrittweise im Bewusstsein von Medienschaffenden, Leser:innen und nicht zuletzt von Suchmaschinen und KI-Systemen.
Für Google ist diese konstante Präsenz ein relevantes Signal: Marken, die über einen längeren Zeitraum hinweg in themenrelevanten Publikationen genannt und verlinkt werden, bauen stetig Autorität auf. Das wirkt sich nicht nur auf die Sichtbarkeit bei direkten Markensuchen aus, sondern auch auf die Positionierung bei generischen, themenrelevanten Suchanfragen. Wer hier dauerhaft präsent ist, verdrängt langfristig Wettbewerber, die nur sporadisch oder gar nicht in der Medienberichterstattung stattfinden.
Digitale PR als etablierter Bestandteil jeder PR-Strategie
Die digitale Sichtbarkeit einer Marke entscheidet heute maßgeblich über ihren Erfolg. Gleichzeitig wird es in einer wachsenden Informationsflut zunehmend schwieriger, mit Inhalten durchzudringen. Klassische Unternehmensmeldungen und werbliche Kommunikation stoßen bei Medienschaffenden auf immer weniger Resonanz. Was zählt, sind Inhalte, die einen echten Mehrwert bieten – datenbasiert, neuartig und redaktionell verwertbar.
Genau hier setzt digitale PR an und ergänzt gängige PR-Maßnahmen. Sie verbindet die Stärken klassischer Pressearbeit mit den Anforderungen moderner Suchmaschinenoptimierung. Dass dieser Ansatz kein Nischenthema ist, hat unter anderem John Mueller, Search Advocate bei Google, unterstrichen, als er digitale PR als die Zukunft des Linkbuildings bezeichnete:

- Abb. 2: Twitter-Beitrag von John Mueller.
Digitale PR ist damit längst kein optionaler Baustein mehr, sondern ein strategisches Instrument, das Pressearbeit, SEO und Brand Building in einer Disziplin vereint. Marken, die heute in datenbasierte Inhalte und den systematischen Aufbau von Medienpräsenz investieren, legen das Fundament für langfristige Sichtbarkeit – in klassischen Suchmaschinen, in KI-gestützten Systemen und in der Wahrnehmung ihrer Zielgruppe. Wer diesen Vorsprung frühzeitig aufbaut, macht es Wettbewerbern zunehmend schwer, diesen Rückstand aufzuholen.
Erfolgsgeschichten unserer Kund:innen:
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