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Folge 41: Ads in KI-Systemen (Teil 1) – Welche Möglichkeiten gibt es bereits?

Bisher lag der Fokus der GEO Know How Academy auf organischen KI-Antworten – wie Unternehmen, Marken und Personen in den Ergebnissen von ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews erscheinen. Doch die Landschaft verändert sich: KI-Systeme öffnen sich zunehmend für bezahlte Anzeigen.

In dieser Folge sprechen Maggie Mues und Lara Marie Massmann von AdStrive darüber, welche Möglichkeiten es bereits gibt, Ads in KI-Systemen zu schalten. Welche Plattformen bieten schon Werbeformate an? Wie unterscheiden sich Google, Microsoft und OpenAI in ihrem Ansatz? Und wie können sich Werbetreibende in Deutschland bereits jetzt vorbereiten?

Diese Folge liefert einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand von Ads in KI-Systemen und zeigt, welche Entwicklungen in den kommenden Monaten zu erwarten sind.

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Google

In-Stream Text- und Bildanzeigen sowie aufwändige Rich-Media-Formate in AI Overviews und AI Mode

Microsoft

Dialog-orientierte In-Chat-Anzeigen sowie Produkt-Badges bei kommerzieller Intention im Copilot und Bing Generative Search

OpenAI

Kontextuelle Empfehlungen am Ende oder im Verlauf der KI-Antwort sowie Instant-Checkout-API

Verfügbarkeit in Deutschland vs. USA

Während bei Google und ChatGPT Ads in Deutschland noch begrenzt verfügbar sind, ist bei Microsoft bereits vieles möglich. Die folgende Übersicht zeigt den aktuellen Status:

Google: AI Overviews und AI Mode

Google hat im Mai 2025 auf der Google Marketing Live angekündigt, Anzeigen in AI Overviews und im AI Mode zu testen. Die Ankündigung war wegweisend: Erstmals sollten Werbetreibende die Möglichkeit erhalten, in den KI-generierten Antworten präsent zu sein.

Die erste Ankündigung

Google zeigte auf der Marketing Live 2025 ein Beispiel: Eine Person sucht nach Informationen, wie sie ihren Hund mit auf den Flug nehmen kann. Unterhalb der AI Overview erscheinen dann Sponsored Products – ähnlich wie bei Google Shopping.

Die Botschaft: Anzeigen sollen einen Mehrwert bieten und den Userflow nicht unterbrechen. Informationen stehen im Vordergrund, kommerzielle Angebote ergänzen diese sinnvoll.

Richtlinien und Mechanismen

Google veröffentlichte nach der Ankündigung Richtlinien, die regelmäßig aktualisiert werden. Wichtigste Punkte:

  • Anzeigen erscheinen nur an einer Position: entweder oberhalb, unterhalb oder innerhalb der AI Overviews
  • Keine doppelte Platzierung (z. B. oberhalb und unterhalb gleichzeitig)
  • Bestehende Text- und Shopping-Anzeigen aus Search Ads, Shopping Ads und Performance Max werden genutzt
  • Wichtige Einschränkung: Nur Broad Match Keywords werden für Search Ads berücksichtigt
Verfügbarkeit in Deutschland

In Deutschland sind Anzeigen bisher nur oberhalb und unterhalb der AI Overviews sichtbar – nicht innerhalb. Auch im AI Mode gibt es in Deutschland noch keine Anzeigen.

In englischsprachigen Märkten sind Text- und Shopping-Anzeigen bereits innerhalb der AI Overviews verfügbar. In den USA werden zudem Anzeigen im AI Mode ausgespielt.

Bei sensiblen Themen (Finanzen, Gesundheit, Politik – Your Money, Your Life) sind Anzeigen weltweit noch eingeschränkt, da rechtliche Fragen ungeklärt sind.

Broad Match als Voraussetzung

Google benötigt Flexibilität, um Anzeigen auf komplexe, fragenbasierte Suchanfragen auszuspielen. Deshalb ist Broad Match – das erweiterte Keyword-Matching – die Grundlage für Search Ads in AI-Systemen.

Wer bisher auf Exact Match gesetzt hat, muss umdenken. Broad Match ermöglicht es Google, auch bei längeren, conversational Suchanfragen passende Anzeigen auszuspielen. Performance Max Kampagnen bieten eine ähnliche Flexibilität, da sie auf Themenkluster statt auf exakte Keywords setzen.

AI Max: Erweiterte Flexibilität für Search Ads

Ergänzend zu Performance Max hat Google AI Max für Search-Kampagnen eingeführt. AI Max bietet drei zentrale Funktionen:

  • Asset-Optimierung: Google kann zusätzliche Informationen von der Landing Page nutzen, die nicht in der Textanzeige enthalten sind
  • Erweitertes Keyword-Matching: Nicht nur das exakte Keyword, sondern auch verwandte Themen werden berücksichtigt
  • Erweiterte URL-Anpassungen: Google kann auf andere URLs der Website verlinken (mit Vorsicht zu nutzen – Ausschlüsse für Karriere, Impressum etc. empfohlen)

Neue Entwicklungen 2026

Auf der Google Marketing Live 2026 kündigte Google weitere Innovationen an:

  • AI Powered Shopping Ads: Flexiblere Darstellung von Shopping-Anzeigen, besser angepasst an Suchkontext und Nutzerabsicht
  • Direct Offers: Rabatte und Angebote können direkt im AI Mode ausgespielt werden
  • AI Max for Shopping: Ähnlich wie AI Max for Search – mehr Flexibilität für Shopping-Kampagnen
  • Conversational Attributes: Q&As und typische Nutzerfragen können als Produktattribute hinterlegt werden (z. B. Was ist der beste Laufschuh für Einsteiger?)

Microsoft: Copilot und Bing Generative Search

Microsoft ist bei Ads in KI-Systemen bereits weiter als Google – insbesondere in Deutschland. Die Plattform bietet nicht nur klassische Text- und Bildanzeigen, sondern auch innovative Rich-Media-Formate.

Automatisches Opt-in

Ähnlich wie Google greift Microsoft auf bestehende Kampagnen zurück. Wer bereits Search Ads, Product Ads oder Performance Max bei Microsoft schaltet, kann davon ausgehen, dass diese Anzeigen auch im Copilot und in Bing Generative Search ausgespielt werden.

Es gibt kein separates Opt-in – die Anzeigen sind automatisch aktiviert. Negative Keywords funktionieren weiterhin und können genutzt werden, um unerwünschte Platzierungen auszuschließen.

Rich-Media-Formate: Brand Showroom Ads

Microsoft testet innovative Formate, die über klassische Anzeigen hinausgehen. Ein Beispiel sind die Brand Showroom Ads:

Eine Person sucht nach Laufschuhen. Die KI schlägt verschiedene Modelle vor. Klickt die Person auf ein Produkt, öffnet sich ein interaktiver Showroom – ähnlich wie in einem physischen Store. Dort können Produktinformationen durchgescrollt und verschiedene Modelle verglichen werden.

Dieses Format schafft ein immersives Markenerlebnis direkt in der KI-Antwort.

Die drei Bereiche des Web nach Microsoft

Auf ihrem jährlichen Event definierte Microsoft drei Evolutionsstufen des Web, in denen Werbetreibende aktiv werden können:

Human Web

Klassische Suche: Hilf mir, etwas zu finden. Beispiel: Suche nach einer Ferienwohnung an einem bestimmten See.

LLM Web

KI-gestützte Empfehlung: Hilf mir, mich zu entscheiden. Die KI schlägt passende Unterkünfte vor und bewertet diese.

Agentic Web

Autonome Aktion: Mach das für mich. Die KI bucht die Unterkunft und reserviert einen Tisch im Restaurant – ohne weiteres Zutun.

Microsoft möchte in allen drei Bereichen Werbemöglichkeiten schaffen und Unternehmen dabei unterstützen, potenzielle Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

OpenAI: ChatGPT und der Self-Serve Ads Manager

OpenAI ist die jüngste Plattform im Werbeuniversum – und entwickelt sich rasant. Während Google und Microsoft auf bestehende Infrastrukturen zurückgreifen, baut OpenAI ein komplett neues Ads-Ökosystem auf.

Self-Serve Ads Manager in der Beta

OpenAI hat angekündigt, einen Self-Serve Ads Manager zu launchen – ähnlich wie Google Ads oder Microsoft Advertising. Aktuell befindet sich die Plattform in der Beta-Phase und ist hauptsächlich in den USA verfügbar.

Werbetreibende können sich bereits auf eine Warteliste eintragen. Die Struktur ist vertraut: Kampagnen, Ad Groups und Ads – genau wie bei Google und Microsoft.

Personalisierung und Datenschutz

Nutzerinnen und Nutzer können in den Einstellungen wählen, ob sie personalisierte Anzeigen sehen möchten. Zwei Optionen stehen zur Verfügung:

  • Personalisierte Anzeigen: Informationen aus früheren Chats werden genutzt, um relevantere Anzeigen auszuspielen
  • Kontextuelle Anzeigen: Nur die aktuelle Anfrage wird berücksichtigt, keine historischen Daten

Beispiel: Wer regelmäßig über Adidas und New Balance spricht, bekommt bei einer Anfrage nach Laufschuhen eher diese Marken vorgeschlagen.

Product Feed Kampagnen

Ähnlich wie Google Shopping bietet OpenAI Product Feed Kampagnen an. Werbetreibende laden einen Produktfeed hoch und können Kampagnen nach Kategorien strukturieren.

Wenn ChatGPT ein Kaufinteresse (Conversational Buying Intent) identifiziert, werden passende Produkte als Anzeigen ausgespielt.

Neue Features: CPC, Conversion Tracking und OCPC

Zu Beginn setzte OpenAI auf Reichweiten-Preismodelle (CPM). Mittlerweile wurden folgende Features ausgerollt:

  • CPC-Modell: Bezahlung pro Klick, wie bei Google und Microsoft
  • Conversion Tracking: Messung von Conversions auf der Website
  • OCPC (Optimized CPC): Automatische Gebotsanpassung bei höherer Kaufwahrscheinlichkeit

Die Klickpreise liegen aktuell bei 3 bis 5 US-Dollar – deutlich höher als bei Google oder Microsoft. Das liegt daran, dass die Plattform noch jung ist und die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Besonderheiten bei OpenAI

OpenAI verfolgt einige Ansätze, die sich von Google und Microsoft unterscheiden:

  • Interaktive Brand Chats: Nutzerinnen und Nutzer können direkt mit der Marke in Kontakt treten
  • Instant Checkout und API-Integration: Nahtloser Kaufprozess direkt in ChatGPT – von Anfang an mitgedacht
  • Werbung nur in der kostenlosen Version: Bezahl-Abos (Plus, Enterprise, Business) bleiben werbefrei

Fazit: Ads in KI-Systemen – ein wachsendes Feld

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Folge:

  • Google, Microsoft und OpenAI bieten bereits Anzeigenformate in ihren KI-Systemen an – mit unterschiedlicher Verfügbarkeit in Deutschland
  • Microsoft ist am weitesten: In Deutschland sind Anzeigen im Copilot und Bing Generative Search bereits live
  • Google setzt auf Broad Match und AI Max: Flexibilität ist entscheidend, um auf komplexe Suchanfragen zu reagieren
  • OpenAI baut ein neues Ökosystem auf: Self-Serve Ads Manager, CPC-Modell und Instant Checkout sind in der Entwicklung
  • Werbetreibende sollten sich jetzt vorbereiten: Sauberes Tracking, Broad Match testen und Kampagnenstrukturen anpassen

In Teil 2 dieser Folge (Folge 43) werden wir tiefer in die Vorbereitung für Werbetreibende einsteigen und konkrete Handlungsempfehlungen geben.

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